Welcome

Welcome Trailer

Originaltitel Welcome
Genres Drama
Start Date
Produktionsjahr 2009
Produktionsland Frankreich
Regie Philippe Lioret
Darsteller Vincent Lindon, Firat Ayverdi, Audrey Dana, Derya Ayverdi, Selim Akgul
Verleih Agora Films

Kurzinhalt

Der 17-jährige Kurde Bilal, der aus dem Irak geflohen ist, versucht seiner Freundin nach England zu folgen. In Calais stösst er mit den Ärmelkanal an eine scheinbar unüberwindbare Grenze. Um trotzdem sein Ziel zu erreichen, beginnt er im örtlichen Schwimmbad zu trainieren. Dabei freundet er sich mit dem Schwimmlehrer Simon an. Mit einem Insert verankert Philippe Lioret die Handlung im Februar 2008, und auch in der Schilderung des Schlepperwesens von Calais nach England spürt man die Recherchen des Regisseurs. Doch so genau «Welcome» - bittere Ironie kennzeichnet den Titel - in der Schilderung des Flüchtlingselends ist, so sehr verliert der Film durch seinen Plot an Glaubwürdigkeit. Denn Lioret konzentriert sich eben nicht auf das Schicksal Bilals (Firat Ayverdi), sondern verknüpft mit diesem das der in England lebenden Freundin Mina (Derya Ayverdi), die ihr Vater (Mouafaq Rushidie) mit einem Cousin verheiraten will, und das des Schwimmlehrers Simon (Vincent Lindon). Dieser steht den Migranten zunächst völlig indifferent gegenüber, ändert dann aber seine Haltung, um seine Frau zurück zu gewinnen. Simon beginnt nicht nur Bilal Schwimmunterricht zu erteilen, sondern nimmt ihn auch in seiner Wohnung auf, was bald zum Konflikt mit den Behörden führt. Als grosses Melodram ist «Welcome» durchaus gelungen, Bedenken muss man aber dagegen äussern, wie Lioret hier ein sozial-relevantes Thema auf der emotionalen Schiene abhandelt. Missbraucht wird so das bittere reale Los von Migranten für eine hochemotionale Geschichte, bei der nicht zuletzt auch mittels der Musik ebenso gekonnt wie hemmungslos auf die Tränendrüsen gedrückt wird. Andererseits ist freilich - wie auch eine Debatte über die Flüchtlingspolitik zeigt, die der Film in Frankreich auslöste - nicht zu übersehen, dass man mit solchem Gefühlskino wohl ein weit grösseres Publikum ansprechen und für das Thema sensibilisieren kann als mit komplexer und vielschichtiger filmischer Problemdiskussion.