Antichrist

Antichrist Trailer

3/5 2.7/5.0

Originaltitel Antichrist
Genres Horror, Drama, Thriller
Start Date
Produktionsjahr 2009
Produktionsland Dänemark,Frankreich,Deutschland,Italien,Polen,Schweden
Regie Lars von Trier
Darsteller Willem Dafoe, Charlotte Gainsbourg
Verleih Ascot-Elite Entertainment Group

Kurzinhalt

Berichte vom Set von Triers lesen sich oft wie die Nachrichten von Schlachtfeldern, seine Filme kommen hammerschwer daher. Auch der «Antichrist» macht da keine Ausnahme. Doch diesmal ist so viel Gott, Kitsch, Teufel, böse Natur, Misogynie, Okkultismus, Splatter und Hoffnungslosigkeit mit im Spiel, dass daraus ein richtig guter Horrorfilm geworden ist. Ein Ehepaar (Charlotte Gainsbourg und Willem Dafoe) verliert sein kleines Kind. Schuld hat, so die Überzeugung der Frau, Unachtsamkeit und Sexbesessenheit. Sie bricht psychisch zusammen. Ihr Mann, ein Psychoanalytiker, nimmt sie mit in ihr Ferienblockhaus im tiefen Wald. Hier soll sich die Frau ihren Ängsten stellen. Doch statt Heilung bringt der Trip in die Natur das Böse in die Welt. Wahnvorstellungen ergreifen Besitz von Mann und Frau. Das Chaos regiert. Lars von Trier war 1995 einer der geistigen Väter der «Dogma»-Bewegung, die sich strenge Statuten gab (zittrige Kamera, springende Montage), die zu brechen strengstens untersagt war. Auswirkungen hatte dieses Brimborium bis nach Hollywood, wo heute jeder zweite Film mit verwackelten Aufnahmen glänzt. In «Antichrist» verstösst von Trier absichtsvoll gegen jedes dieser Gebote. Recht so: Regeln sind da, um gebrochen zu werden. Und doch braucht(e) das Kino des Lars von Trier die Einschränkung, denn leiden tut von Trier an der alle Bedeutung auffressenden Beliebigkeit. Weil dem Dänen irgendwie der Anschluss an die goldene Epoche des ernsten europäischen Problemfilms (insbesondere jenes von Übervater Ingmar Bergman) nicht gelingen kann, simuliert von Trier stattdessen mit grosser Geste Bedeutung. Wie die von ihm verachtete Postmoderne jongliert auch der Däne munter mit ideologischen, religiösen und philosophischen Diskursebenen. Doch tut er dies mit heiligem Ernst und religiöser Inbrunst, so dass der Schwindel dem autoritätshörigen Bildungsbürger kaum je auffällt. Im Falle von «Antichrist» ist das Resultat solcher Verwurstung grandios ausgefallen. Der neurotische K